Kalifornien bringt Strategie zum Umgang mit KI-Folgen für Arbeitsmarkt auf den Weg
Als bislang erster US-Bundesstaat erarbeitet Kalifornien einen Plan zu den möglichen Folgen von Künstlicher Intelligenz (KI) für den Arbeitsmarkt. Gouverneur Gavin Newsom verabschiedete am Donnerstag einen entsprechenden Erlass. Die rasante Entwicklung der KI mache es nötig, den Arbeitsmarkt neu zu denken, erklärte er dazu.
Mit dem Erlass werden kalifornische Behörden beauftragt, gemeinsam mit Experten, Hochschulen und Vertretern der Wirtschaft entsprechende Vorschläge zu erarbeiten. Diese betreffen unter anderem Abfindungsregeln, Arbeitslosenversicherung, Weiterbildung, Mitarbeiterbeteiligungen und eine bessere Erfassung von Einstellungen und Entlassungen.
"Die Unternehmen werden ein Vermögen machen, und deshalb kann man nicht weiter ein System der Lohnsteuer haben, das Arbeitsplätze besteuert und dann Automatisierung subventioniert", erklärte Newsom weiter. Kalifornien habe "nie einfach zugesehen, wie die Zukunft über uns hereinbricht - und damit werden wir jetzt nicht anfangen".
Der Schritt des Westküstenstaats erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über Jobverluste durch KI. Der US-Technologiesektor, dessen Zentrum im kalifornischen Silicon Valley liegt, strich nach Angaben der Firma Challenger, Gray & Christmas im ersten Quartal mehr als 52.000 Stellen. Der Facebook-Mutterkonzern Meta begann am Mittwoch mit dem Abbau von 8000 Arbeitsplätzen - dies entspricht rund zehn Prozent seiner Belegschaft.
Die kalifornischen Behörden sollen binnen sechs Monaten Empfehlungen vorlegen. Newsom, dessen Amtszeit im Januar endet, gilt als möglicher Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten 2028.
H.Wenzel--BVZ