Bitterling: "Noch ein, zwei Stellschrauben"
Am Montagvormittag steht für das deutsche Biathlon-Team die Olympia-Einkleidung in München auf dem Programm - doch in Medaillenform befinden sich Franziska Preuß und Co. knapp drei Wochen vor dem Saisonhöhepunkt in Mailand und Cortina d'Ampezzo (6. bis 22. Februar) noch nicht. Favoriten sind Athletinnen und Athleten aus Norwegen, Schweden, Frankreich oder Italien.
"Es gibt schon noch ein, zwei Stellschrauben, die man drehen sollte. Wir sind wirklich nicht weit weg, das Podium ist in Sichtweise, aber wir müssen uns einfach belohnen für die Arbeit", betonte DSV-Sportdirektor Felix Bitterling nach dem Heimweltcup in Ruhpolding, bei dem nur die Männer-Staffel aufs Podest gelaufen war.
Man habe "jetzt nicht diesen einen oder diese eine Superathletin, die hier mit zwei Strafrunden locker zum Sieg cruised. Aber wir haben sehr gute, komplexe Biathleten, die jeden Tag auf's Podium laufen können. Wir müssen uns nicht kleiner machen, als wir sind", ergänzte der Biathlon-Chef. Man dürfe dennoch "nicht darauf hoffen, dass die anderen uns das Podium schenken, das wird nicht passieren."
Um für die Wettkämpfe in Antholz, die am 8. Februar beginnen, gewappnet zu sein, stehen für das Gros der Olympia-Mannschaft erst einmal ein paar Tage Erholung an, bevor am 26. Januar in Obertilliach die direkte Vorbereitung beginnt. Preuß, die immer noch auf das erste Podest des Winters wartet, wählt einen anderen Weg: Deutschlands Sportlerin des Jahres wird in dieser Woche noch beim Weltcup in Nove Mesto (22. bis 25. Januar) an den Start gehen, "um im Rhythmus zu bleiben und in Form zu kommen".
Auch bei Anna Weidel ist ein Start in Tschechien geplant. Hinter einem Einsatz von Philipp Horn, der in Ruhpolding und Oberhof erkrankt gefehlt hatte, steht noch ein dickes Fragezeichen. "Er ist noch nicht ganz fit. Deshalb befürchte ich, dass es eng wird", sagte Bitterling.
Horn als Dritter im Sprint von Hochfilzen und Nawrath als Zweiter im Sprint von Oberhof hatten in diesem Winter für die bislang einzigen deutschen Podiumsplatzierungen gesorgt. "Da habe ich gesehen, dass es funktioniert", sagte Nawrath. Grundsätzlich "muss uns schon ein richtiger Sensationstag gelingen, dass wir vorne mitspielen".
Nawrath, David Zobel, Justus Strelow und Horn haben ihr Olympia-Ticket gelöst. Ein Platz bei den Männern ist noch offen. Bei den Frauen sind Preuß, Weidel, Julia Tannheimer, Janina Hettich-Walz, Vanessa Voigt und seit Sonntag auch Selina Grotian qualifiziert.
F.L.Schubert--BVZ