Razzia gegen Rechtsrock: Fast 400 Polizisten im Einsatz
Die Staatsanwaltschaft Rostock ist gegen die sogenannte Rechtsrockszene vorgegangen. Bei einer Razzia am Mittwoch wurden die Räume von vier Beschuldigten in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Bayern durchsucht, wie die Ermittler mitteilten. Die Beschuldigten sollen spätestens seit dem Jahr 2020 mit dem Herstellen und Verkauf von Tonträgern mit volksverhetzender Musik eine "nationalsozialistische, antisemitische, rassistische und menschenverachtende Ideologie" verbreitet haben.
An der Razzia war auch das Spezialeinsatzkommando des Landeskriminalamts von Mecklenburg-Vorpommern beteiligt. Bei den Beschuldigten handelte es sich um Tatverdächtige im Alter von 43 bis 55 Jahren. Gegen sie werde wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung in einer kriminellen Vereinigung ermittelt, ein Beschuldigter galt als Rädelsführer. Festnahmen seien nicht geplant, es gehe um die Aufklärung der vorliegenden Verdachtsfälle.
Im Zuge der Razzia würden außerdem Objekte von acht weiteren Beschuldigten in Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen durchsucht. Ihnen werde Volksverhetzung im Zusammenhang mit der von der Bande verbreiteten Musik vorgeworfen.
Daneben gab es Durchsuchungen bei zehn Menschen aus dem Umfeld der Beschuldigten, die allerdings nicht als tatverdächtig galten. Außerdem liefen Durchsuchungen in Estland, Italien, Polen und Tschechien. Insgesamt waren etwa 400 Polizisten an den Razzien beteiligt.
P.Jahn--BVZ