Berliner Volks-Zeitung - Leipziger Tagesrückblick: Anklage nach Amokfahrt, Straßenbahnunfall und Radnacht

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Leipziger Tagesrückblick: Anklage nach Amokfahrt, Straßenbahnunfall und Radnacht
Leipziger Tagesrückblick: Anklage nach Amokfahrt, Straßenbahnunfall und Radnacht

Leipziger Tagesrückblick: Anklage nach Amokfahrt, Straßenbahnunfall und Radnacht

Die Staatsanwaltschaft hat nach der tödlichen Amokfahrt vom Mai Anklage erhoben. In Neulindenau wurde eine 96-Jährige bei einer Notbremsung verletzt, während Tausende an der Leipziger Radnacht teilnahmen.

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Mehrere Ereignisse haben Leipzig am Freitag, 28. August, beschäftigt. Im Fall der Amokfahrt in der Innenstadt erhob die Staatsanwaltschaft Anklage, in Neulindenau führte ein Zusammenstoß zwischen Auto und Straßenbahn zur Verletzung einer Seniorin, und am Abend startete mit der Radnacht das Stadtradeln.

Der 33-jährige Deutsche, der im Mai in der Fußgängerzone Grimmaische Straße mit einem Auto zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt haben soll, ist angeklagt worden. Nach seiner Festnahme am Tattag wurde er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Ein inzwischen vorliegendes Gutachten eines forensisch-psychiatrischen Sachverständigen stützt nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Annahme einer psychischen Erkrankung. Zu den konkreten Tatvorwürfen hat sich der Beschuldigte gegenüber den Ermittlern bislang nicht geäußert. Das Landgericht muss nun entscheiden, ob es die Anklage zulässt und das Hauptverfahren eröffnet.

Am Freitagvormittag ereignete sich zudem ein Verkehrsunfall in Leipzig-Neulindenau. Ein 58-Jähriger war mit einem Fiat 500 auf der Lützner Straße stadteinwärts unterwegs. Beim Spurwechsel kam es zur Kollision mit einer Straßenbahn.

Der Straßenbahnfahrer leitete wegen des überraschenden Manövers eine Notbremsung ein. Durch den Ruck stürzte eine 96 Jahre alte Frau im Fahrzeug. Sie wurde verletzt und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Weitere Angaben zum Zustand der Seniorin lagen zunächst nicht vor.

Am Abend kamen mehrere tausend Radfahrerinnen und Radfahrer im Clara-Zetkin-Park zusammen. Die traditionelle Leipziger Radnacht startete an der Sachsenbrücke und eröffnete zugleich den diesjährigen Stadtradeln-Wettbewerb.

Die Strecke führte von der Pferderennbahn zunächst nach Süden und anschließend über die Karl-Liebknecht-Straße in Richtung Wilhelm-Leuschner-Platz. Danach verlief die Route am südwestlichen Innenstadtring entlang und über die Friedrich-Ebert-Straße weiter. Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke von der Linken nahm an der Eröffnung teil.

Beim Stadtradeln versuchen die Teilnehmer 21 Tage lang, möglichst viele Alltagswege mit dem Fahrrad zurückzulegen. Der Ökolöwe bezeichnet die Aktion als weltweit größten Fahrradwettbewerb. Neben dem sportlichen Charakter soll sie auf klimafreundliche Mobilität aufmerksam machen.

Die Radnacht verband damit eine öffentliche Ausfahrt durch mehrere Stadtteile mit dem Start der dreiwöchigen Sammelphase. Die große Beteiligung machte den Fahrradverkehr am Freitagabend im Leipziger Stadtbild besonders sichtbar.

Die Veranstaltung verlief als gemeinsamer Auftakt des Wettbewerbs.

Über Leipzig hinaus scheiterte am selben Tag im Thüringer Landtag der Versuch der AfD, Ministerpräsident Mario Voigt von der CDU durch ein konstruktives Misstrauensvotum abzuwählen. AfD-Landeschef Björn Höcke kandidierte als Nachfolger, erhielt aber nicht die notwendige Mehrheit.

International wurde der Tod des norwegischen Königs Harald im Alter von 89 Jahren bekannt. Die Thronfolge geht an seinen Sohn Haakon. Außerdem stieg die Zahl der Toten nach der schweren Sturzflut in Nepal auf 552. Fast 1.000 Menschen wurden weiterhin vermisst; etwa die Hälfte der Vermissten waren Ausländer.

M.Voigt--BVZ