Deutsche Eishockey-Frauen verpatzen Olympia-Auftakt
Erst "völlig losgelöst", dann tief enttäuscht: Die deutschen Eishockey-Frauen haben ihr lang erwartetes Olympia-Comeback nach einer durchwachsenen Leistung verpatzt. Zum Auftakt des Turniers in Mailand verlor die Mannschaft von Bundestrainer Jeff MacLeod am Donnerstag gegen Schweden mit 1:4 (1:1, 0:2, 0:1) und geriet im Kampf um den erhofften Einzug ins Viertelfinale früh ins Hintertreffen. Es war der erste Olympia-Auftritt der deutschen Eishockey-Frauen seit Sotschi 2014.
Verteidigerin Nina Jobst-Smith (9.), eine von drei deutschen Spielerinnen aus der nordamerikanischen Profiliga PWHL, nutzte die erste deutsche Überzahl zur Führung. Lina Ljungblom (12., 28.), Mira Jungaker (40.) und Thea Johansson (52.) drehten das Spiel für Schweden. In Mailand kämpft das DEB-Team in der schwächer eingestuften Gruppe B mit Schweden, Japan, Frankreich und Gastgeber Italien um drei Viertelfinal-Tickets.
Im zweiten Vorrundenduell trifft Deutschland am Samstag (12.10 Uhr/ARD und Eurosport) auf Japan. Gegen die Japanerinnen hatte die DEB-Auswahl ihre Generalprobe Ende Januar verloren (2:3 n.V.). Olympisches Edelmetall gab es für die Frauen-Nationalmannschaft noch nie, bestes Abschneiden ist bislang ein fünfter Platz 2006 in Turin.
Die deutschen Frauen wollen auf der großen Olympia-Bühne die Aufmerksamkeit nutzen und den jüngsten Aufschwung bestätigen. Das Viertelfinale ist das Minimalziel. MacLeod hoffte im Vorfeld gar auf den ganz großen Wurf. "Für jeden, der teilnimmt, ist es der Traum, eine Medaille zu gewinnen. Wenn wir als Team gut performen, ist das möglich", hatte der Kanadier dem RND gesagt.
Gegen Schweden kam das DEB-Team im Beisein von Chef de Mission Olaf Tabor zunächst gut ins Spiel. Die erste Unterzahl brachten die Deutschen souverän über die Zeit, das erste eigene Powerplay verwerteten sie dann eiskalt: Jobst-Smiths harter Schuss aus der zweiten Reihe schlug am Innenpfosten ein, aus den Boxen im Milano Ice Park erklang unter deutschem Jubel "Major Tom".
Die Freude währte aber nur kurz. Beim schnellen Ausgleich machte Torhüterin Sandra Abstreiter gegen ihre Teamkollegin aus Montreal nicht die beste Figur. Auch beim zweiten Ljungblom-Treffer, den Deutschland nach der Strafe für Celina Haider in Unterzahl kassierte, stand die Defensive nicht sicher.
Das DEB-Team sorgte in der Folge nur selten für Entlastung, 16:37 Torschüsse belegten die schwedische Überlegenheit. Die Aufholjagd blieb trotz einer Steigerung im Schlussdrittel aus.
L.Bergmann--BVZ