Ceuta-Krise: An Stränden ausharrende Migranten in Zeltlager gebracht
Nach dem Massenandrang von Migranten in der spanischen Exklave Ceuta Ende Juli haben die Behörden damit begonnen, zahlreiche an Stränden ausharrende Migranten in ein Zeltlager zu bringen. Der Transfer begann am frühen Freitagmorgen, wie die Regierung mitteilte. Dabei kam es zu Gedränge, als Migranten sich die 1700 Plätze in dem am Hafen eingerichteten Zeltlager sichern wollten. Fernsehbilder zeigten, wie die Polizei eingreifen musste.
Ende Juli waren mehr als 70.000 Menschen zu Fuß oder schwimmend aus Marokko nach Ceuta gelangt. Nach spanischen Angaben gab es bei dem Andrang dutzende Tote. Die meisten Migranten kehrten kurz danach zurück oder wurden zurückgebracht, tausende Migranten harren aber weiterhin in Ceuta aus.
Viele von ihnen leben seit Wochen unter prekären Bedingungen in Zelten oder selbst errichteten Behelfsunterkünften an den Stränden von Ceuta. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Der Bevölkerung ist das ein Dorn im Auge, sie beklagt bei nahezu täglichen Protesten wachsende Unsicherheit und fordert eine Rückkehr zur Normalität.
Die spanische Regierung errichtete daher ein Lager mit großen Zelten am Hafen von Ceuta. Sie will außerdem die Rückführung der Migranten beschleunigen - allerdings muss laut Gesetz in jedem Einzelfall geprüft werden, ob ein Migrant Anspruch auf Asyl haben könnte.
Wegen der Ceuta-Krise ist die Minderheitsregierung des Sozialisten Pedro Sánchez massiv unter Druck geraten. Die konservative und ultrarechte Opposition wirft der Regierung Versagen vor.
D.Lang--BVZ