Berliner Volks-Zeitung - Kurdischer Regierungschef im Irak macht Iran für Angriff auf sein Büro verantwortlich

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Kurdischer Regierungschef im Irak macht Iran für Angriff auf sein Büro verantwortlich
Kurdischer Regierungschef im Irak macht Iran für Angriff auf sein Büro verantwortlich / Foto: SAFIN HAMID - AFP/Archiv

Kurdischer Regierungschef im Irak macht Iran für Angriff auf sein Büro verantwortlich

Der Ministerpräsident der autonomen Region Kurdistan im Irak, Masrur Barsani, hat den Iran für einen Drohnenangriff auf sein Büro verantwortlich gemacht. Er verurteilte den Angriff am Montag als "direkte Bedrohung für die Sicherheit und Stabilität in der Region". Die irakische Zentralregierung in Bagdad ordnete eine Untersuchung an. Der US-Sondergesandte Tom Barrack verurteilte den Angriff "aufs Schärfste". Teheran wiederum stellte den Vorfall als "Täuschung" dar.

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Barsani hatte zuvor mitgeteilt, dass er in der Nacht zum Montag Ziel eines iranischen Drohnenangriffs geworden sei. Dabei seien sein Büro und das Haus des örtlichen Geheimdienstchefs in der Ortschaft Pirmam nahe Erbil ins Visier genommen worden, erklärte der Regierungschef der autonomen irakischen Kurdenregion im Onlinedienst X. Opfer habe es nicht gegeben.

Barsani verurteilte "die unverantwortlichen und inakzeptablen Angriffe aufs Schärfste". Sie stellten eine "gefährliche Eskalation" dar und seien eine "direkte Bedrohung für die Sicherheit und Stabilität in der Region".

Kurdischen Einheiten zufolge ereignete sich der Angriff kurz nach Mitternacht (Ortszeit). Dabei seien "zwei mit Sprengstoff beladene Drohnen des Typs Hadid 110" zum Einsatz gekommen. Den kurdischen Behörden zufolge wurden die beiden Drohnen vom Staatsgebiet der Islamischen Republik Iran aus gestartet.

Das Büro von Iraks Regierungschef Ali al-Saidi erklärte, der Ministerpräsident habe die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses angewiesen. Dieser sei "damit betraut, die Quellen und Abschussorte des Angriffs zu ermitteln".

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, bezeichnete den Angriff laut einer von der staatlichen Nachrichtenagentur Irna veröffentlichten Erklärung als "äußerst verdächtige Entwicklung, die Wachsamkeit und besondere Aufmerksamkeit erfordert". Bakaei betonte demnach außerdem "die Entschlossenheit des Iran, die freundschaftlichen Beziehungen zum Irak und zu Kurdistan zu bewahren".

Zudem betonte er laut Irna, dass "alle Seiten daran arbeiten müssten, die finsteren Machenschaften der Feinde des Iran und des Irak zu vereiteln, die darauf abzielen, die brüderlichen Beziehungen zwischen den beiden Nationen zu schädigen".

Das Außenministerium in Teheran teilte mit, dass Ressortchef Abbas Araghtschi am Montag mit seinem irakischen Kollegen telefoniert habe. Bei X erklärte Araghtschi: "Nichts rechtfertigt den rücksichtslosen Angriff auf das Büro von Ministerpräsident Barsani." Die Kurden im Irak warnte er indes: "Unsere kurdischen Freunde sollten wachsam sein gegenüber Täuschungsmanövern, die darauf abzielen, Zwietracht zwischen Nachbarn zu säen."

Der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump für den Irak, Tom Barrack, erklärte derweil, die USA verurteilten "den Angriff auf unseren Freund und geschätzten kurdischen Partner" Barsani aufs Schärfste. Die Aggression sei "inakzeptabel und eine direkte Bedrohung für die regionale Stabilität".

Barrack betonte zudem, die USA unterstützten uneingeschränkt al-Saidis "Führungsrolle bei der Wiederherstellung der vollen Souveränität des Irak sowie bei der Gewährleistung, dass sämtliche Waffen und Sicherheitskräfte der Befehlsgewalt des irakischen Staates unterstehen".

Der Irak hat pro-iranischen Milizen im Land auf Druck der USA eine Frist bis zum 30. September gesetzt, um ihre Waffen abzugeben. Dieser Termin fällt mit dem Ende der Mission der von den USA geführten Anti-Dschihadisten-Koalition zusammen.

Die USA und Israel hatten Ende Februar gemeinsam den Iran angegriffen und wichtige Mitglieder der Führung getötet, darunter den obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei. Der Iran reagierte mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Golfstaaten. Teheran hält zudem seit Beginn des Krieges die Straße von Hormus nahezu vollständig geschlossen.

Der Krieg wirkt sich auch auf die autonome Kurdenregion im Nordirak aus, die eine lange Grenze zum Iran teilt. Die Region Kurdistan ist ein Verbündeter Washingtons und des Westens, pflegt jedoch auch Beziehungen zu Teheran. Seit Kriegsbeginn wurde die Region mehrfach attackiert.

Die mittlerweile mehr als tausend Angriffe werden Teheran und pro-iranischen Milizen im Irak zugeschrieben. Sie richteten sich unter anderem gegen iranisch-kurdische Exil-Oppositionsgruppen und US-Stützpunkte. Über der Regionalhauptstadt Erbil wurden mehrfach Drohnen abgefangen.

V.Simon--BVZ