Macron kündigt gemeinsame Atom-Militärübungen mit Deutschland an
Frankreich plant mit Deutschland und weiteren Ländern gemeinsame Atom-Militärübungen und will zudem atomar aufrüsten. Die Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung solle im laufenden Jahr beginnen und könne "Besuche strategischer Orte und gemeinsame Übungen" umfassen, sagte Macron in einer Grundsatzrede zur nuklearen Abschreckung am Montag auf dem Marinestützpunkt Île Longue nahe der westfranzösischen Hafenstadt Brest.
"Deutschland ist ein Schlüsselpartner", betonte Macron. Daneben seien auch Großbritannien, Polen, die Niederlande, Belgien und Griechenland an einer engeren Zusammenarbeit interessiert. Dazu zähle auch eine mögliche Stationierung französischer Kampfjets, die Atombomben transportieren können.
Die Entscheidungshoheit über die Atomwaffen bleibe jedoch ausschließlich in der Hand des französischen Präsidenten, betonte Macron. "Es wird keinerlei Beteiligung an der endgültigen Entscheidung geben, weder an ihrer Planung noch an ihrer Umsetzung", erläuterte er.
Angesichts der geopolitischen Lage kündigte Macron eine "Aufstockung" des Atom-Arsenals seines Landes an. "Ich habe angeordnet, die Zahl der Atom-Sprengköpfe in unserem Arsenal zu erhöhen", sagte er. Jedoch sollten dazu keine Zahlen veröffentlicht werden: "Um frei zu sein, muss man gefürchtet werden", fügte Macron hinzu.
Grundsätzlich sprach der französische Präsident sich für eine "erweiterte nukleare Abschreckung" aus. "Die aktuelle Lage rechtfertigt eine Verschärfung", betonte er. Diese stehe aber nicht in Konkurrenz zur nuklearen Teilhabe der Nato, sondern sei "perfekt ergänzend".
A.Winkler--BVZ