

Frankreichs Außenminister zu Solidaritätsbesuch in Grönland
Wenige Tage nach einer diplomatischen Verstimmung wegen mutmaßlicher US-Versuche zur Einflussnahme in Grönland ist dort der französische Außenminister Jean-Noël Barrot zu einem Solidaritätsbesuch eingetroffen. Mit seiner Visite wolle er "die Tiefe unserer freundschaftlichen Beziehungen unterstreichen und Frankreichs Solidarität gegenüber Dänemark, Grönland und dem grönländischen Volk angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen bekunden", erklärte Barrot am Samstagabend nach einer Ankunft in der Insel-Hauptstadt Nuuk.
Mit seinem Besuch folgte der französische Chefdiplomat einer Einladung der grönländischen Außenministerin Vivian Motzfeldt. Am Samstag besuchte er zunächst das französische Marine-Schiff "BSAM Garonne". Dabei verwies der französische Außenminister darauf, dass die Region mittlerweile von einer "neuen Aggressivität" betroffen sei. Deshalb sei es wichtig, dass Frankreich als "große Seemacht" dort präsent sei.
Für Sonntag stand ein Treffen mit dem grönländischen Regierungschef Jens-Frederik Nielsen und Außenministerin Motzfeldt auf Barrots Programm. Mitte Juni hatte bereits Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron Grönland einen Besuch abgestattet, um es der europäischen Solidarität zu versichern.
Grönland gehört zu der ehemaligen Kolonialmacht Dänemark, ist aber weitgehend autonom. US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Monaten wiederholt mit der Übernahme des rohstoffreichen riesigen Inselgebiets durch die USA gedroht und dabei auch die Anwendung von Gewalt nicht ausgeschlossen.
Der dänische Fernsehsender DR berichtete vor einigen Tagen, dass mindestens drei Trump nahestehende Mitarbeiter der US-Regierung versucht hätten, in Grönland Einfluss zu nehmen. Die Regierungsmitarbeiter seien kürzlich in Nuuk beobachtet worden, wie sie versucht hätten herauszufinden, wer von den Menschen für oder gegen eine Annäherung an die Vereinigten Staaten ist.
Sie versuchten dem Bericht zufolge auch, Informationen über die Beziehungen zwischen Dänemark und Grönland zu sammeln. Dabei seien insbesondere Themen von Interesse gewesen, die zu Spannungen zwischen Grönland und Dänemark geführt haben und die dazu verwendet werden könnten, Dänemark in ein schlechtes Licht zu rücken. Das dänische Außenministerium bestellte in der Folge den Geschäftsträger der US-Botschaft ein.
O.Werner--BVZ