Großrazzia gegen Hells Angels: Durchsuchungen in 28 Städten in Nordrhein-Westfalen
Mit einer Großrazzia in 28 Städten ist die Polizei am Dienstag in Nordrhein-Westfalen gegen die Rockergruppe Hells Angels vorgegangen. "Es handelt sich um einen der größten Einsätze zur Bekämpfung der Rockerkriminalität in der Geschichte Nordrhein-Westfalens", sagte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) in Düsseldorf. Rund 1200 Beamte durchsuchten demnach zeitgleich 56 Objekte. Zugleich wurde der Verein Hells Angels Motorcycle Club Leverkusen verboten und aufgelöst.
"Wer mit Waffen, Drogen und Einschüchterung sein Geld verdient, muss damit rechnen, dass die Polizei morgens im Schlafzimmer steht", sagte Reul. Rockerkriminalität sei eine Gefahr für die Sicherheit des Landes. "Sie schafft Angsträume und versucht, das Gewaltmonopol des Staats zu untergraben", betonte Reul. "Und genau das lassen wir nicht zu."
Die Ermittlungen richten sich demnach gegen 44 Beschuldigte im Alter zwischen 21 und 59 Jahren. Die Beamten beschlagnahmten unter anderem Motorräder und Waffen. Erste Hinweise ließen darüber hinaus auf einen profitorientierten Drogenanbau schließen. Es wurde ein Vermögensarrest in Höhe von rund zweieinhalb Millionen Euro angeordnet.
Durchsucht wurden laut Innenministerium Wohnungen und Geschäftsräume von Vereinsmitgliedern und deren Unterstützern - unter anderem in Leverkusen, Köln, Dortmund und Duisburg. Grundlage für das Vereinsverbot und die Durchsuchungen waren demnach die Ergebnisse eines laufenden Ermittlungsverfahrens.
Den Beschuldigten wird laut Ermittlern unter anderem die Bildung beziehungsweise die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zur Last gelegt. In Langenfeld wurde ein 46-Jähriger festgenommen, wie die Düsseldorfer Polizei und die zuständige Staatsanwaltschaft mitteilten.
Der Hells Angels Charter Leverkusen war laut Innenministerium erst im Mai 2024 zunächst als sogenanntes Prospect Charter gegründet und im Juni 2025 zur vollwertigen Ortsgruppe ausgebaut worden. Nach Behördenangaben waren Mitglieder wiederholt strafrechtlich in Erscheinung getreten, unter anderem wegen unerlaubten Drogenhandels, Bedrohung, Nötigung, Körperverletzung und räuberischer Erpressung.
Die Durchsuchungen wurden vom Polizeipräsidium Düsseldorf unter Leitung der Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten in Nordrhein-Westfalen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf vorgenommen. Einsatzkräfte aus zahlreichen Polizeibehörden sowie Spezialeinheiten und die Bereitschaftspolizei waren beteiligt. Die Durchuchungen dauerten teilweise zunächst an.
H.Meyer--BVZ