Berliner Volks-Zeitung - BMW i3 First Edition startet mit 906 Kilometern Reichweite

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BMW i3 First Edition startet mit 906 Kilometern Reichweite
BMW i3 First Edition startet mit 906 Kilometern Reichweite

BMW i3 First Edition startet mit 906 Kilometern Reichweite

BMW zieht den Bestellstart seines neuen vollelektrischen i3 vor und öffnet damit früher als ursprünglich geplant die Auftragsbücher für eines der wichtigsten Fahrzeuge seiner jüngeren Unternehmensgeschichte. Noch vor dem regulären Marktstart im Herbst kann der BMW i3 50 xDrive als umfangreich ausgestattete First Edition bestellt werden. Der Preis liegt in Deutschland bei 75.340 Euro. Die reguläre Ausführung des i3 50 xDrive soll zum Marktstart ab 65.900 Euro erhältlich sein.

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Der neue i3 ist dabei weit mehr als die Wiederbelebung einer bekannten Modellbezeichnung. Während der frühere BMW i3 als kompakter Elektro-Stadtwagen eine eigenständige Baureihe bildete, steht der Name nun für eine viertürige Sportlimousine in der Tradition des BMW 3er. Mit ihr bringt BMW die Technik seiner Neuen Klasse in eines der volumenstärksten und strategisch bedeutendsten Segmente der Marke.


Ein vorgezogener Bestellstart mit klarer strategischer Wirkung

Der frühere Beginn der Bestellphase verändert den vorgesehenen Produktionsplan zunächst nicht. Der Serienanlauf im modernisierten Stammwerk München ist für August 2026 vorgesehen, die ersten Auslieferungen sollen im Herbst folgen. Bestellt werden kann die First Edition ausschließlich über BMW Händler. Der Schritt ist dennoch von erheblicher Bedeutung. BMW gewinnt bereits vor dem offiziellen Marktstart einen genaueren Eindruck von der tatsächlichen Nachfrage, während sich Interessenten frühzeitig ein Fahrzeug sichern können. Gleichzeitig bindet das Unternehmen potenzielle Käufer in einer Phase, in der mehrere Hersteller mit neuen Elektrofahrzeugen und immer höheren Reichweiten um Kunden im Premiumsegment konkurrieren.


Die First Edition übernimmt damit die Rolle eines technologisch und optisch besonders stark ausgestatteten Einführungsmodells. Gegenüber dem später verfügbaren Basismodell beträgt der Preisaufschlag 9.440 Euro. Dieser Betrag finanziert jedoch nicht lediglich eine Sonderlackierung oder einige dekorative Details, sondern ein umfangreiches Ausstattungspaket, das zahlreiche Komfort-, Design- und Ladefunktionen bündelt.


First Edition mit deutlich erweiterter Serienausstattung

Bereits die Grundausstattung des BMW i3 50 xDrive fällt umfangreich aus. Sie umfasst unter anderem das neue Panoramic Vision, den Driving Assistant Plus, den Komfortzugang, den BMW Digital Key Plus sowie elektrisch verstellbare und beheizbare Vordersitze. Die First Edition ergänzt diese Basis unter anderem um das M Sportpaket. Dazu gehören ein M Aerodynamikpaket, blau lackierte M Sportbremsen und eine Projektion des M Logos aus den Außenspiegeln. Im Innenraum kommen spezielle Materialkombinationen aus Veganza und M PerformTex zum Einsatz.


Das ebenfalls enthaltene Iconic Glow Exterieurpaket beleuchtet die Kontur der neu interpretierten BMW Niere. Verschiedene Begrüßungs- und Abschiedsanimationen sollen den Auftritt der Limousine stärker inszenieren. Ergänzt wird die Ausstattung durch elektrisch einstellbare Multifunktionssitze, eine Dreizonen-Klimaautomatik, Sonnenschutzverglasung und eine Lenkradheizung. Ein weiteres zentrales Merkmal ist das BMW 3D Head-Up Display. Es projiziert ausgewählte Informationen räumlich in die Sichtachse des Fahrers und ergänzt damit die Anzeigen des Panoramic Vision. Hinzu kommen ein Harman-Kardon-Soundsystem mit Dolby-Atmos-Unterstützung und eine automatisch betätigte Heckklappe mit berührungsloser Öffnungsfunktion.


Besonders relevant für den Alltag ist das serienmäßige AC-Laden Professional. Dadurch steigt die maximale Ladeleistung an einer geeigneten Wechselstrom-Ladestation von 11 auf 22 Kilowatt. Die vollständige Ladung kann damit unter günstigen Bedingungen in etwa fünfeinhalb Stunden erfolgen. Mit 11 Kilowatt dauert der Vorgang ungefähr elf Stunden.
Zur Auswahl stehen sechs Außenfarben, darunter der exklusive Metallic-Farbton M Le Castellet Blau. Bei den Rädern können Käufer zwischen verschiedenen aerodynamisch optimierten Ausführungen in 19 und 20 Zoll wählen. Weitere Optionen wie ein Panorama-Glasdach mit Klimakomfortglas, beheizbare Rücksitze und eine elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung bleiben aufpreispflichtig.


Die Reichweite wird zum stärksten Verkaufsargument

Im Zentrum der technischen Entwicklung steht eine Hochvoltbatterie mit neuen Rundzellen und einer nutzbaren Kapazität von 108,7 Kilowattstunden. Das Batteriegehäuse ist als tragender Bestandteil in die Fahrzeugstruktur eingebunden. Dieses Konzept soll Bauraum sparen, die Steifigkeit erhöhen und eine flachere Integration des Energiespeichers ermöglichen. Für die First Edition wird eine elektrische WLTP-Reichweite zwischen 758 und 906 Kilometern ausgewiesen. Der kombinierte Energieverbrauch liegt abhängig von Ausstattung, Rädern und Konfiguration zwischen 13,5 und 16,1 Kilowattstunden je 100 Kilometer. Das später verfügbare Basismodell soll in seiner reichweitenoptimierten Konfiguration sogar bis zu 912 Kilometer erreichen.


Gerade der niedrigste angegebene Verbrauch ist für eine 4,76 Meter lange Allradlimousine mit fast 470 PS bemerkenswert. Die große Reichweite entsteht allerdings aus der Kombination einer hohen Effizienz mit einem entsprechend großen Energiespeicher. Der Akku ist damit nicht nur ein technischer Vorteil, sondern auch ein wesentlicher Grund für das hohe Fahrzeuggewicht. Die maximale WLTP-Angabe darf zudem nicht als garantierte Alltagsreichweite verstanden werden. Geschwindigkeit, Außentemperatur, Fahrstil, Beladung, Heizung, Klimatisierung, Reifen und Batteriezustand beeinflussen die tatsächlich erreichbare Distanz. Auf schnellen Autobahnetappen oder bei niedrigen Temperaturen wird der reale Wert deutlich unter dem theoretischen Maximum liegen.


Trotzdem verschiebt eine Reichweite von mehr als 900 Kilometern die bisher bekannten Grenzen elektrischer Mittelklassefahrzeuge. Für viele Nutzer könnte damit nicht länger die Batteriekapazität, sondern die eigene Pausenplanung zum entscheidenden Faktor auf langen Strecken werden.


400 Kilowatt Ladeleistung verändern die Langstreckenrechnung

Die Neue Klasse nutzt eine 800-Volt-Architektur und ermöglicht beim BMW i3 eine maximale Gleichstrom-Ladeleistung von 400 Kilowatt. Unter optimalen Bedingungen kann die Batterie innerhalb von zehn Minuten Energie für bis zu 423 zusätzliche Kilometer aufnehmen. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent soll an einer entsprechend leistungsfähigen Schnellladestation ungefähr 21 Minuten dauern.
Diese Werte setzen allerdings mehrere Bedingungen voraus. Die Batterie muss sich im geeigneten Temperaturfenster befinden, der Ladezustand darf nicht zu hoch sein und die Ladestation muss die benötigte Leistung tatsächlich bereitstellen. Auch die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladesäule sowie die Auslastung des Standorts können den Vorgang beeinflussen.


Für die Beurteilung der Langstreckentauglichkeit ist deshalb nicht allein der kurzfristig erreichbare Spitzenwert entscheidend. Ebenso wichtig ist, wie lange das Fahrzeug eine hohe Ladeleistung halten kann. Erst unabhängige Messungen der vollständigen Ladekurve werden zeigen, ob der i3 die angekündigte Geschwindigkeit auch unter realistischen Reisebedingungen konstant umsetzt. Die Kombination aus großem Akku, hoher Reichweite und kurzen Ladestopps besitzt dennoch das Potenzial, einen wesentlichen Kritikpunkt an Elektrofahrzeugen zu entschärfen. Selbst wenn die Höchstwerte im Alltag nicht vollständig erreicht werden, könnte der neue i3 auf langen Strecken zu den leistungsfähigsten Limousinen seiner Klasse gehören.


469 PS treffen auf ein Leergewicht von mehr als zwei Tonnen

Zum Marktstart wird der BMW i3 50 xDrive von jeweils einem Elektromotor an der Vorder- und Hinterachse angetrieben. Gemeinsam leisten die beiden Maschinen 345 Kilowatt beziehungsweise 469 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 645 Newtonmeter. Der Sprint von null auf 100 Kilometer pro Stunde gelingt in 4,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 200 Kilometer pro Stunde begrenzt. Damit positioniert sich der i3 50 xDrive klar als leistungsstarke Sportlimousine, ohne in den Bereich eines eigenständigen M Modells vorzudringen.


Die umfangreiche Batterie- und Antriebstechnik hat jedoch ihren Preis auf der Waage. Das Leergewicht beträgt rund 2.280 Kilogramm. Der neue i3 ist damit trotz seiner sportlichen Proportionen kein Leichtgewicht. Entscheidend wird sein, wie wirkungsvoll Fahrwerk, Lenkung und elektronische Regelsysteme diese Masse kontrollieren. Eine zentrale Rolle übernimmt der neue Steuerungscomputer Heart of Joy. Er koordiniert Antrieb, Bremsen, Teile der Lenkungsregelung und die Rekuperation. Die Verarbeitung soll wesentlich schneller erfolgen als bei bisherigen Systemen. Ziel ist ein präziseres Einlenken, ein stabileres Verhalten im Grenzbereich und ein harmonischer Übergang zwischen regenerativem und mechanischem Bremsen.


Die sogenannte Soft-Stop-Funktion nutzt die Elektromotoren, um das Fahrzeug möglichst ruckfrei und ohne deutlich wahrnehmbaren Wechsel zur mechanischen Bremse zum Stillstand zu bringen. Ob diese technische Integration tatsächlich das typische Fahrgefühl einer BMW Sportlimousine bewahrt, wird sich erst bei Fahrten mit serienreifen Kundenfahrzeugen zeigen.


Große Limousine mit alltagstauglichem Raumangebot

Mit einer Länge von 4,76 Metern, einer Breite von 1,865 Metern und einer Höhe von 1,48 Metern bewegt sich der neue i3 deutlich im klassischen Mittelklasseformat. Der Radstand beträgt knapp 2,90 Meter. Die kurzen Überhänge und die weit nach hinten versetzte Fahrgastzelle sollen zugleich dynamische Proportionen und ein großzügiges Platzangebot ermöglichen.
Der hintere Kofferraum fasst 420 Liter. Unter der Fronthaube befindet sich ein zusätzliches Fach mit 31 Litern Volumen, das sich insbesondere für Ladekabel eignet. Die Rücksitzlehnen können umgeklappt werden. Mit einer gebremsten Anhängelast von bis zu 1.800 Kilogramm ist der i3 außerdem für größere Anhänger oder Wohnwagen geeignet.


Das Design entfernt sich deutlich von der betont experimentellen Form des früheren i3. Die neue Limousine orientiert sich an vertrauten BMW Proportionen, interpretiert diese jedoch reduzierter. Niere und Scheinwerfer bilden eine gemeinsame Lichtgrafik, während die horizontal ausgerichteten Rückleuchten die bekannte L-Form abstrahieren. Breite Radhäuser und eine flache Silhouette betonen den sportlichen Anspruch.


Ein digitaler Innenraum ohne klassische Instrumententafel

Im Innenraum ersetzt das BMW Panoramic iDrive die bisherige Aufteilung aus digitalem Kombiinstrument und zentralem Bildschirm. Das Panoramic Vision projiziert Informationen über die gesamte untere Breite der Windschutzscheibe. Fahrer und Beifahrer können dort unterschiedliche Inhalte sehen, während fahrrelevante Angaben unmittelbar im Sichtfeld angeordnet werden. Die Bedienung verbindet Touchscreen, Lenkradtasten, Sprachsteuerung und ausgewählte haptische Elemente. Grundlage ist das neue BMW Operating System X. Die Sprachassistenz soll künftig stärker dialogorientiert arbeiten und natürliche, zusammenhängende Anweisungen besser verstehen.


Bei den Fahrerassistenzsystemen verfolgt BMW das Prinzip, menschliche Eingriffe nicht sofort als Abbruch der Assistenz zu behandeln. Der Fahrer kann bei aktiviertem System lenken, beschleunigen oder bremsen, ohne dass die Unterstützung in jeder Situation vollständig deaktiviert wird. Der optionale Autobahnassistent soll freihändiges Fahren bis 130 Kilometer pro Stunde ermöglichen. Auch automatisierte Spurwechsel können nach einer Bestätigung durch den Blick des Fahrers eingeleitet werden. Das System bleibt dennoch dem zweiten Automatisierungslevel zugeordnet. Die Verantwortung liegt jederzeit beim Menschen am Steuer.


Der i3 wird zugleich zum mobilen Energiespeicher

Der neue BMW i3 unterstützt bidirektionales Laden. Dadurch kann das Fahrzeug nicht nur Strom aufnehmen, sondern gespeicherte Energie auch wieder abgeben. Möglich sind die Versorgung externer Geräte, die Einbindung in das häusliche Stromnetz und perspektivisch die Rückspeisung in das öffentliche Netz. In Verbindung mit einer geeigneten Wallbox kann die Batterie beispielsweise überschüssigen Solarstrom speichern und später im Haus bereitstellen. Für die Rückspeisung ins Stromnetz werden zusätzlich kompatible Hardware, entsprechende Stromtarife und die erforderliche technische Installation benötigt.


Die Funktion erweitert den Nutzen eines Elektrofahrzeugs erheblich, ist jedoch nicht automatisch in jedem Haushalt sofort einsetzbar. Die praktische Attraktivität hängt von den Kosten der Wallbox, der vorhandenen Photovoltaikanlage, dem Stromvertrag und den individuellen Standzeiten des Fahrzeugs ab.


Ein hoher Einführungspreis mit nachvollziehbarer Zielgruppe

Mit 75.340 Euro richtet sich die First Edition vor allem an Käufer, die frühzeitig Zugang zur neuen Technik erhalten und eine umfangreiche Ausstattung wünschen. Preislich bleibt sie deutlich über dem späteren Basismodell. Dafür sind zahlreiche häufig gewählte Extras bereits enthalten.


Für preisbewusstere Interessenten dürfte der reguläre i3 50 xDrive ab 65.900 Euro attraktiver sein. Mit identischem Antrieb, derselben Batterie und einer nochmals etwas höheren maximalen WLTP-Reichweite bietet er die entscheidenden technischen Eigenschaften zu einem niedrigeren Einstiegspreis.


Die First Edition ist deshalb weniger als klassisches Sondermodell mit zwingendem Sammlerwert zu verstehen. Sie fungiert vielmehr als vollständig ausgestatteter Technologieträger für die Markteinführung. Ihr Erfolg wird davon abhängen, ob Kunden den frühen Zugang, das M Sportpaket, die erweiterte Innenraumausstattung und die höhere AC-Ladeleistung als ausreichenden Gegenwert für den Aufpreis betrachten.


Der neue i3 muss seine außergewöhnlichen Werte nun im Alltag bestätigen

Auf dem Papier verbindet der BMW i3 50 xDrive mehrere Eigenschaften, die lange nur schwer miteinander vereinbar schienen: hohe Motorleistung, eine Reichweite von mehr als 900 Kilometern, eine Ladeleistung von bis zu 400 Kilowatt und den Raumkomfort einer klassischen Mittelklasselimousine. Der vorgezogene Bestellstart zeigt, wie wichtig das Fahrzeug für die weitere Elektrifizierungsstrategie von BMW ist. Mit dem i3 erreicht die Neue Klasse erstmals das Kernsegment der Marke. Gleichzeitig wird das Münchner Stammwerk mit dem Produktionsbeginn zum zentralen Standort des technologischen Umbaus. Ab 2027 soll dort ausschließlich die Fertigung vollelektrischer Fahrzeuge erfolgen.
Entscheidend werden nun nicht die Ankündigungen, sondern die Erfahrungen mit Serienfahrzeugen sein. Reichweite bei Autobahntempo, Ladeleistung über den gesamten Ladevorgang, Softwarestabilität, Federungskomfort und Verarbeitungsqualität müssen dem hohen Anspruch und dem Preis entsprechen.


Gelingt diese Umsetzung, könnte der neue i3 zu einem der wichtigsten elektrischen Modelle im europäischen Premiumsegment werden. Die First Edition ist der erste sichtbare Schritt in diese Richtung und zugleich ein selbstbewusstes Signal, dass BMW die elektrische Sportlimousine nicht länger als Ergänzung, sondern als künftigen Mittelpunkt seiner Modellpalette versteht.